Fetalblutentnahme

Die Methoden der invasiven pränatalen Diagnostik werden überwiegend zur Chromosomendiagnostik eingesetzt. Eine molekulargenetische oder biochemische Analyse an Chorionzotten erfolgt üblicherweise nur bei Vorliegen besonderer Gründe, z.B. bei einer familiären Belastung oder sonographischen Auffälligkeiten. Jede invasive pränatale Diagnostik muß mit dem Angebot einer genetischen Beratung verbunden sein (Leitlinien zur zytogenetischen Labordiagnostik, Berufsverband Medizinische Genetik, Med. Genetik 4/97: 560).

Zeitpunkt der Fetalblutentnahme

Der Eingriff findet nur in Ausnahmefällen vor der 21. Schwangerschaftswoche statt.

Technik der Fetalblutentnahme

Technisch läuft die Untersuchung wie eine Amniozentese ab. Sie wird im Liegen auf der Untersuchungsliege durchgeführt. Der Außendurchmesser der Nadel beträgt auch hier 0,7 mm.

Der Ort der Blutentnahme ist in den meisten Fällen die Nabelschnur. Diese besitzt normalerweise drei Gefäße, zwei Arterien und eine Vene. Unter Kontrolle durch hochauflösende Ultraschallgeräte führen wir die Nadel in die Nabelschnurvene ein. In seltenen Fällen sind auch andere Entnahmeorte möglich.

Durchführung von transabdominaler Chorionzottenbiopsie (durch die Bauchdecken), Amniozentese sowie Nabelvenenpunktion

Durchführung von transabdominaler Chorionzottenbiopsie (durch die Bauchdecken), Amniozentese sowie Nabelvenenpunktion

Nach der Untersuchung

Sie sollten sich für eine halbe Stunde in unserem Ruheraum ausruhen. Im Anschluss sollten Sie nach Hause gehen und den Rest des Tages sowie den folgenden Tag ohne körperliche Belastung verbringen, d.h. auch nicht arbeiten. Am übernächsten Tage können Sie wieder uneingeschränkt Ihrem normalen Leben nachgehen. Nach dem Eingriff können ziehende Unterbauchbeschwerden eintreten, die normalerweise spätestens am übernächsten Tag nach dem Eingriff verschwunden sind. Wir empfehlen eine Krankschreibung für den Tag des Eingriffes und den darauffolgenden Tag.

Rhesusprophylaxe

Sollten Sie die Blutgruppe „Rhesus-negativ“ (klein d) besitzen, und der Kindsvater ist entweder Rh-positiv (groß D), oder seine Blutgruppe ist nicht bekannt, so wird Ihnen im Anschluss an den Eingriff eine Injektion mit Immunglobulin verabreicht, um zu verhindern, dass Sie Antikörper gegen das Blut Ihres ungeborenen Kindes bilden.

Risiken der Fetalblutentnahme

Das Risiko des Eingriffes hängt wesentlich von der Erfahrung des Untersuchers, der Qualität der benutzten Ultraschallgeräte sowie den Untersuchungsbedingungen ab. Unter günstigen Bedingungen beträgt das Risiko einer Fehlgeburt weniger als 1%.

Befundmitteilung

Nach Fertigstellung des Befundes der Kurzzeit-Kultur informieren wir Sie auf Wunsch telefonisch. Ihr behandelnder Frauenarzt und der punktierende Arzt bekommen den Befund schriftlich zugesandt. Ist das Ergebnis der Langzeit-Kultur unauffällig senden wir den schriftlichen Befund an Ihren behandelnden Frauenarzt und an den punktierenden Arzt. Nur bei einem von der Kurzzeit-Kultur abweichenden Befund melden wir uns bei Ihnen nochmals telefonisch, um gegebenenfalls einen Termin für eine genetische Beratung mit Ihnen zu vereinbaren. Wichtig ist die Erfahrung, dass auch ein Teil der auffälligen Befunde der Langzeitkultur nicht zutreffend für den fetalen Chromosomensatz sind.