Was ist eine invasive Diagnostik

Der Begriff „Invasive Diagnostik“ umfasst Eingriffe in der Schwangerschaft, bei denen mittels einer Nadel durch die Bauchdecke der Schwangeren und die Gebärmutterwand eingegangen wird, um Fruchtwasser (AmniozenteseDie Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) ist die Punktion der Fruchtblase einer schwangeren Frau zur Untersuchung der im Fruchtwasser befindlichen kindlichen Zellen. An einer geeigneten Stelle wird unter Ultraschallkontrolle eine dünne Nadel in die Bauchdecke und weiter in die Fruchtblase eingeführt. Es werden etwa 20 ml Fruchtwasser entnommen. Die Fruchtwasserprobe wird anschließend im Labor untersucht. Dort werden die enthaltenen Zellen -abgestoßene Zellen der Haut, des Magen-Darm-Trakts und der Nieren des Kindes - vermehrt. Erste Ergebnisse der Fruchtwasseruntersuchung können bereits nach 24 bis 48 Stunden vorliegen (FISH-Test). Für eine umfassende Diagnostik muss aber die Langzeitkultivierung abgewartet werden. Die Fruchtwasserentnahme dauert in der Regel weniger als eine Minute. Nach dem Eingriff sollte sich die Patientin einen Tag lang konsequent schonen.
Bei uns wird die Aminozentese zumeist ab der 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt.
)
, Plazentagewebe (ChorionbiopsieAuch Chorionzottenbiopsie genannt, dabei handelt es sich um eine Punktion des Mutterkuchens (Plazenta), dessen Zellen normalerweise genetisch denen des Kindes gleichen. Ein Vorteil gegenüber einer Fruchtwasseruntersuchung ist, dass sie früher durchgeführt werden kann, bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche (11+ SSW). Die Punktion findet durch die Bauchdecke statt und ist technisch der Amniozentese vergleichbar. Die entnommenen Zellen enthalten Erbinformationen, die Aufschluss darüber geben können welche genetischen Veranlagungen und welches Geschlecht Ihr Baby hat. Der gesamte Test dauert ca. eine eine Minute. Die Kurzzeitkultur der Chorionzotten liefert nach 24-48 Stunden das erste Ergebnis, nach ca. 2-3 Wochen kann man das Ergebnis der Langzeituntersuchung erwarten. ) oder kindliches Blut (Nabelschnurpunktion) zu gewinnen. Daraus läßt sich der Chromosomensatz des ungeborenen Kindes bestimmen und andere Untersuchungen bei gezielten Fragestellungen durchführen.

Durchführung von transabdominaler Chorionzottenbiopsie (durch die Bauchdecken), Amniozentese sowie Nabelvenenpunktion

Durchführung von transabdominaler Chorionzottenbiopsie (durch die Bauchdecken), Amniozentese sowie Nabelvenenpunktion

Diese invasive Diagnostik birgt ein gewisses Risiko in sich (<1 %), dass dadurch Schwangerschaftskomplikationen bis hin zur Fehlgeburt ausgelöst werden können. In Zukunft ist es wahrscheinlich möglich, dass ein Teil dieser invasiven Untersuchungen durch die Blutuntersuchung bei der werdenden Mutter ersetzt werden kann, denn im mütterlichen Blut ist immer auch Erbgut (DNA) des ungeborenen Kindes aus abgestorbenen Plazentazellen nachweisbar.